Du bist, was du isst – Wie sich die Ernährung auf’s Gemüt auswirkt

Keine Sorge, ich habe nicht vor, unter die Food-Blogger zu gehen. 😉
Dennoch habe ich mich in letzter Zeit etwas intensiver mit dem Thema Ernährung auseinandergesetzt.

Die richtige Ernährung kann eine Depression maßgeblich beeinflussen!

Viel zu oft wird dieser Punkt bei der Therapie von Depressionen außer Acht gelassen. Medikamente werden dafür umso schneller verschrieben.
Ich erlebe fast täglich, wie wenig Wert viele Menschen auf die eigene Ernährung legen:

Hauptsache schnell und billig!

Es gibt immer mehr Convenience-Produkte, immer mehr stark industriell verarbeitete Lebensmittel, in denen von den ursprünglich enthaltenen Nährstoffen kaum noch etwas vorhanden ist. Keiner hat mehr Zeit und Lust, sich eine vollwertige Mahlzeit zuzubereiten.
Dass sich diese Einstellung auf lange Sicht rächt, beweisen mittlerweile zahlreiche Studien (und die eigene Erfahrung).

Ich selbst greife zugegebenermaßen auch gern zu Convenience-Produkten. Es ist einfach und schnell. Und wenn ich gerade in einer depressiven Phase bin, ist die Hemmschwelle zur Tiefkühlpizza zu greifen, umso niedriger. In solchen Phasen ist es sehr schwierig, gut für sich zu sorgen. Nur leider beginnt so auch ein Teufelskreis: Nährstoffmangel im Gehirn, bedingt/einhergehend mit der Depression, führt zu Antriebslosigkeit, führt zu mangelnder Selbstfürsorge, führt zum Konsum von Fertignahrung und Fast Food, führt zu weiterem Nährstoffmangel.

Ich möchte diesen Teufelskreis durchbrechen und habe deshalb ein bißchen recherchiert, um so mithilfe guter Ernährung der Depression ein wenig entgegenzuwirken.

Hier eine kleine Auswahl an Lebensmitteln, welche helfen können, die Depression zu lindern:


Safran

saffron-215932_960_720Das Gewürz wurde bereits von den Persern als Antidepressivum verwendet. Mittlerweile gibt es verschiedene Studien (z. B. diese), die zeigen, dass Safranextrakt in der Wirkung sogar dem Antidepressivum Fluoxetin („Prozac“) gleichkommt! Die Einnahme von täglich 30 mg Safranextrakt zeigte bereits nach sechs Wochen eine antidepressive Wirkung.
Abgesehen davon ist Safran auch einfach lecker. 😉 Ob nun im Reis, im Rührei oder im Kuchen.


Bananen

bananas-652497_960_720Das dürfte für die meisten nicht neu sein: Bananen machen glücklich. 🙂
Sie enthalten viele Mineralstoffe und Spurenelemente. Besonders Kalium und Magnesium, aber auch Zink, Kalzium, Phosphor, Eisen. Außerdem enthalten sie Tryptophan. Aus dieser Aminosäure wird im Gehirn Serotonin gebildet. Die meisten depressiven Menschen haben einen starken Serotoninmangel, welcher oft mit Medikamenten ausgeglichen wird. Doch auch tryptophanhaltige Lebensmittel – wie die Banane – können zu einer Erhöhung des Serotoninspiegels beitragen. Und sie haben keine Nebenwirkungen.


Fisch

salmon-518032_960_720Fisch ist ein wahres Allroundtalent! Er enthält Kalzium, Magnesium, Kalium, Phosphor, Eisen, Jod, Zink, die Vitamine A, B, C, D, E und K und viele weitere Nährstoffe. Außerdem enthält Fisch viele Proteine und ungesättigte Fettsäuren. Insbesondere zum Zusammenhang zwischen einem geringen Omega-3-Fettsäurespiegel und Depressionen gibt es zahlreiche Untersuchungen (z. B. diese). So scheint eine erhöhte Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren depressive Symptome lindern zu können.
Besonders fette Fische wie Hering, Lachs, Makrele oder Aal sind Quellen für Omega-3-Fettsäuren.


Joghurt

yogurt-763372_960_720Probiotische Lebensmittel können sich positiv auf die Stimmung auswirken. Das sagt zumindest eine Studie. So hätten die Teilnehmer nach der Studie weniger depressive Gedanken gehabt.
Aber abgesehen davon enthält Joghurt auch wieder viele Nährstoffe, die für die Gesundheit wichtig sind, wie Kalium, Kalzium oder Magnesium.

 


Vollkornnudeln

coffee-1303003_960_720Wichtig für eine gute Stimmung ist ein ausgeglichener Blutzuckerspiegel. Damit dieser nicht absinkt müssen wir z. B. Kohlenhydrate zu uns nehmen. Viel zu oft nehmen wir allerdings „schlechte“ Kohlenhydrate zu uns, wie raffinierten Zucker oder Weißmehl. Diese sorgen zwar kurzfristig für einen starken Anstieg des Blutzuckers, allerdings fällt der Spiegel danach sehr schnell und sehr stark wieder ab. Um solche „Spitzen“ zu vermeiden und den Blutzuckerspiegel einigermaßen konstant zu halten, sollten wir lieber auf „gute“ (vollwertige) Kohlenhydrate zurückgreifen, wie beispielsweise Vollkornnudeln, bzw. generell Vollkornprodukte. Hierbei steigt der Blutzuckerspiegel zwar nicht ganz so stark an, dafür bleibt er aber länger konstant hoch. Das sorgt dafür, dass wir uns besser konzentrieren können, aber auch, dass wir nicht so schnell wieder hungrig werden.


So. Ich glaube, ich mache mir jetzt Vollkornpasta mit Lachs in einer feinen Safransauce. 🙂

Wer sich noch eingehender mit dem Thema beschäftigen möchte (es lohnt sich), der findet in diesem Artikel gute Ansätze.

6 Kommentare

  1. Ich habe einen Integrierten Foodblog in meinem Sommerzimmer. Mindful Eating – meine Art der Ernährung! Leckere Rezepte, Küchenorganisation und vieles mehr. Ich kann das nur befürworten, das unglaublich viel auch von unserer Ernährung abhängt. Lieben Gruß, Sandra aus dem Sommerzimmer 🙂

    1. Hey Sandra,
      das schau ich mir direkt mal an. Bin ohnehin gerade mal wieder auf der Suche nach neuen, interessanten Rezepten. Insbesondere wenn sie auch noch gut für’s Gemüt sind. 😉

      Liebe Grüße,
      Friede

  2. Danke für diesen Artikel! Wenn ich in einer depressiven Phase bin, dann greife ich automatisch zu mehr Obst. Und ich trinke dann viel grünen Tee. Der soll auch helfen. Jedenfalls hilft er mir. Ein absolutes Warnsignal ist es, wenn ich gar keinen Alkohol wie Wein oder Sekt mehr trinke. Da ich das in der Regel nur in Gesellschaft trinke, ist das auch ein Zeichen dafür, dass ich mich zurück ziehe, keine Lebensfreude empfinde.
    LG
    Ulrike

    1. Hey Ulrike, vielen Dank für deinen Kommentar!
      Das finde ich sehr interessant! Bei mir ist es ja eher andersrum: Wenn es mir nicht gut geht, greife ich leider eher zu ungesundem. Aber solche Automatismen kann man sich ja durchaus an-/abtrainieren 😉
      Auf grünen Tee setze ich übrigens auch.

      LG, Friede

  3. Essen und Ernährung sind so wichtige Aspekte wenn es um Selbstfürsorge und Selbstliebe geht. Wenn ich lerne, mein Leben und meinen Körper zu lieben, haben sie als Energiezufuhr nur das Beste verdient. Außerdem ist Kochen so schön meditativ. Wenn nur danach der Abwasch nicht wäre… 🙂

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